Movies&More presents: Die besten Filme des Jahres 2018

Pünktlich zum Jahreswechsel habe ich für euch eine Liste mit den meiner Meinung nach besten Filmen des vergangenen Jahres zusammengestellt.

Um ein möglichst breites Spektrum aus verschiedenen Genres abzudecken, wurden dieses Mal verschiedene Listen für die beiden Kategorien Kinofilme und Streaming-Filme erstellt.

Es wurden nur jene Filme in die Wertung genommen, die tatsächlich im Jahr 2018 im deutschsprachigen Raum in den Lichtspielhäusern gezeigt oder für das Heimkino bzw. auf Streaming-Plattformen veröffentlicht wurden. Alle Filme wurden mit einer Skala zwischen 0 und 5 Sternen bewertet, wobei die Sternevergabe rein subjektiv betrachtet werden sollte.

Zum Abschluss gibt es noch eine Liste mit erwähnenswerten Werken, die es aufgrund kleiner Abstriche nicht in die Top-Listen geschafft haben.

„Movies&More“ wünscht euch viel Spaß mit den besten Filmen aus dem Jahr 2018.

Top 25: Kinofilme

1. Shape of Water – Das Flüstern des Wasser
OT = The Shape of Water

Mit dem romantischen Fantasy-Drama „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ hat uns Regisseur Guillermo del Toro (Hellboy 1-2, Pan’s Labyrinth, Pacific Rim, Crimson Peak) ein wahres Meisterwerk auf die Leinwand gezaubert. Die Story ist während des Kalten Krieges angesiedelt und handelt von der stummen Putzfrau Elisa (Sally Hawkins), die in einem geheimen Labor mit einem übernatürlichen Unterwasser-Wesen (Doug Jones) in Kontakt kommt. Was folgt ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte voller Emotionen, atemberaubender Bilder und ganz viel Herz, die bei der letzten Oscar-Verleihung unter anderem als bester Film ausgezeichnet wurde. Mit „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ hat sich Guillermo del Toro nun endgültig in den Regieolymp katapultiert. Volle Punktzahl!

Wertung:

2. A Star Is Born

Das musikalische Drama „A Star Is Born“ handelt von Musiker Jackson Maine (Bradley Cooper), der völlig unerwartet auf die unscheinbare Kellnerin Ally (grandios: Lady Gaga) trifft. Als er Ally zu einem seiner Konzerte einlädt und überraschend auf die Bühne holt, ändert sich das Leben der beiden schlagartig. Es entwickelt sich nicht nur eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, sondern Ally wird über Nacht berühmt. Während ihr Stern nun unaufhaltsam steigt, beginnt der von Jackson zu sinken und er ertränkt seine Depressionen in Alkohol. Shooting-Star Bradley Cooper spielt hier nicht nur eine der Hauptrollen, sondern nimmt auch erstmals auf dem Regiestuhl Platz, schrieb am Drehbuch mit und arbeitete gemeinsam mit Popstar und Schauspielneuling Lady Gaga am Soundtrack. Dieser Drahtseilakt macht aus „A Star Is Born“ ein wunderschönes Drama, das von der grandiosen Chemie seiner beider Hauptfiguren sowie der grandiosen Musik lebt und den Zuschauer auf eine emotionale Achterbahn mitnimmt. Mit seinem Regiedebüt liefert uns Bradley Cooper einen der besten Filme des vergangenen Jahres.

Wertung: 

3. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

In der Krimi-Dramedy „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ entschließt sich Mildred Hayes (Frances McDormand) in ihrem Heimatort Ebbing, Missouri drei Werbetafeln mit provokanten Sprüchen aufstellen zu lassen, nachdem ihre Tochter vergewaltigt und ermordet wurde und die örtliche Polizei in diesem Fall keinen Finger krumm machen will. Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) ist davon nicht sehr begeistert und als sich auch noch der unreife und gewalttätige Officer Dixon (Sam Rockwell) einmischt, droht die Lage zu eskalieren. Regisseur Martin McDonagh (Brügge sehen … und sterben?, 7 Psychos) versammelt einen unfassbar grandiosen Cast, allen voran Frances McDormand und Sam Rockwell – die beide einen Oscar für ihre Performance erhielten – in einer zugleich dramatischen und witzigen Story voller kurioser Momente. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat sich den dritten Platz in dieser Liste mehr als verdient.

Wertung: 

4. Aufbruch zum Mond
OT = First Man

Nachdem sich Regisseur Damien Chazelle in seinen Filmen „Whiplash“ und „La La Land“ mit dem Thema Musik befasste, entführt uns der Oscarpreisträger mit „Aufbruch zum Mond“ nun ins Weltall. Im Fokus der Geschichte steht Lance Armstrong (Ryan Gosling), der Anfang der 60er Jahre als Testpilot für Jets und Raketenflugzeuge arbeitet. Kurz nachdem eine familiäre Tragödie das Leben von Armstrong und seiner Frau Janet (Claire Foy) in seinen Grundfesten erschüttert kommt er zur NASA, wo er eine Ausbildung zum Astronauten beginnt. Nach etlichen Strapazen und Testflügen kämpft sich dieser bis an die Spitze und wird schließlich gemeinsam mit seinen Kollegen Buzz Aldrin (Corey Stoll) und Mike Collins (Lukas Haas) mit der Apollo-11-Mission zum Mond geschickt. Das bildgewaltige Spektakel ist nicht nur ein optischer Leckerbissen, sondern ein emotionales Familien-Drama, das unter die Haut geht.

Wertung: 

5. Avengers: Infinity War

Nach über 10 Jahren kommt es mit dem Action-Kracher „Avengers: Infinity War“ zum bisherigen Höhepunkt des äußerst erfolgreichen Marvel Cinematic Universe, in dem nahezu alle Helden aufeinander treffen. Die von den Gebrüdern Joe und Anthony Russo inszenierte Comicverfilmung fokussiert sich dabei auf Bösewicht Thanos (Josh Brolin), der bereits im ersten Teil der Avengers-Reihe einen Auftritt absolvierte und nun auf Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth), Hulk (Mark Ruffalo), Black Widow (Scarlett Johansson) und den Rest der Avengers losgelassen wird. Sein Ziel ist es alle sechs Infinity Steine zu sammeln, deren gottgleiche Kraft es ermöglicht auf einen Schlag die Hälfte aller Lebewesen zu vernichten. Was folgt ist ein epischer Kampf ums Überleben, der überwiegend aus dem Blickwinkel des Bösewichts erzählt wird und das gesamte Franchise auf den Kopf stellt. „Avengers: Infinity War“ beweist storytechnisch eine gehörige Portion Mut ist visuell einer der beeindruckendsten Filme des Jahres, dessen Ende das Warten auf den vierten Teil mit dem Titel „Avengers: Endgame“ (Startdatum: April 2019) nahezu unerträglich macht.

Wertung: 

6. Green Book – Eine besondere Freundschaft

Die Dramedy „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ erzählt die wahre Geschichte zweier Männer die kaum unterschiedlicher sein können. Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen) wird vom begnadeten Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) beauftragt ihn für seine Tournee quer über New York bis in die amerikanischen Südstaaten zu fahren. Während der langen Fahrt, bei der sie sich am sogenannten Negro Motorist Green Book orientieren, in dem die Unterkünfte und Restaurants aufgelistet sind, in dem auch schwarze Gäste willkommen sind, entwickelt sich langsam eine innige Freundschaft zwischen den Beiden. Das von Regisseur Peter Farrelly (Dumm und Dümmer, Verrückt nach Mary, Unzertrennlich, Nach 7 Tagen – Ausgeflittert) inszenierte Werk ist ein perfekter Mix aus Drama und Komödie, das mit einer vielschichtigen Story und Karrierebestleistungen seiner beiden Hauptdarsteller aufwartet.

Wertung: 

7. I, Tonya

Das Biopic „I, Tonya“ handelt von Eiskunstläuferin Tonya Harding (Margot Robbie), die von ihrer strengen Mutter LaVona Harding (Allison Janney) schon früh auf ihre Karriere vorbereitet wurde. Als sich Tonya langsam dem Höhepunkt ihrer Karriere nähert, wird ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) bei einem Attentat schwer verletzt und muss aus den amerikanischen Meisterschaften ausscheiden. Wie sich herausstellt, hat Hardings Mann Jeff Gillooly (Sebastian Stan) den Angriff beauftragt. In der von Regisseur Craig Gillespie (Lars und die Frauen, Fright Night, Million Dollar Arm, The Finest Hours) inszenierten irrwitzigen, bissigen und äußerst amüsanten Satire darf sich Hauptdarstellerin Margot Robbie (The Wolf of Wall Street, Focus, Legend of Tarzan, Suicide Squad) schauspielerisch so richtig austoben und wurde zurecht im letzten Jahr für den Oscar nominiert. Doch als große Scene-Stealerin erweist sich Oscarpreisträgerin Allison Janney, die als verrückte Mutter nahezu jeden an die Wand spielt. „I, Tonya“ ist ein erfrischend anderes Biopic, das nicht wie gewohnt die Stationen der Karriere seiner Protagonistin abklappert, sondern verspielt und rotzfrech den Zuschauer bis zum Schluss unterhält.

Wertung: 

8. Bohemian Rhapsody

Mit „Bohemian Rhapsody“ hat es ein weiteres Biopic in meine Top 10 geschafft. Der von Regisseur Bryan Singer (Die üblichen Verdächtigen, Der Musterschüler, X-Men 1-2, Operation Walküre) inszenierte Streifen fokussiert sich auf Freddie Mercury (Rami Malek) und seine Kollegen Brian May (Gwilym Lee), Roger Taylor (Ben Hardy) und John Deacon (Joseph Mazzello), die im Jahr 1970 die Band Queen gründeten. Auf musikalischer Ebene bietet der Streifen einige bombastische Momente. Ein großes Highlight ist dabei die Benefiz-Veranstaltung Live Aid aus dem Jahr 1985 im Londoner Wembley-Stadion, bei dem Mercury nochmal alle Bandmitglieder zusammentrommelte und die größten Hits der Band mit einer unfassbaren Wucht auf den Zuschauer losgelassen werden. „Bohemian Rhapsody“ ist ein eindrucksvolles Gesamtwerk, dass uns in die mannigfaltige Psyche von Leadsänger Freddy Mercury eintauchen und die wichtigsten Stationen der Band Queen Revue passieren lässt. Als großer Glücksgriff erweist sich hierbei Hauptdarsteller Rami Malek (Short Term 12, Need for Speed, Mr. Robot, Papillon), der mit höchster Wahrscheinlichkeit für seine grandiose Performance eine Oscarnominierung erhalten wird.

Wertung: 

9. The Guilty
OT = Den skyldige

Im dänischen Thriller „The Guilty“ erhält der seit kurzem in einer Notrufzentrale arbeitende Polizist Asger Holm (Jakob Cedergren) einen mysteriösen Anruf von der verängstigten Iben (Jessica Dinnage). Diese sitzt neben ihrem vermeintlichen Entführer im Auto fest und versucht verzweifelt aus ihrer lebensbedrohlichen Lage zu entkommen. Für Asger beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem seine einzige Waffe das Telefon ist. Während er alles in seiner Macht stehende tut, um die Frau ausfindig zu machen, muss er bald feststellen, dass er es mit einem weitaus größeren Verbrechen zu tun hat, als anfangs angenommen. „The Guilty“ erweist sich als nervenzerreißender Überraschungshit, bei dem die Kamera stets auf den im Büro befindlichen Protagonisten gerichtet ist. Dadurch wird eine enorm spannende Atmosphäre geschaffen, die den Zuschauer bis zum Schluss in den Bann zieht.

Wertung: 

10. The Rider

Das von Regisseurin Chloe Zhao (Songs My Brothers Taught Me) inszenierte Drama „The Rider“ erzählt die wahre Geschichte von Cowboy und Rodeo-Reiter Brady Blackburn (Brady Jandreau spielt sich selbst), der sich nach einer schweren Kopfverletzung damit arrangieren muss, dass er möglicherweise nie wieder reiten wird. Für Brady kommt die Diagnose zunächst einem Todesurteil gleich, da ihn sein Leben als Pferdetrainer und seine Leistung in der Rodeo-Arena definiert. Ein Selbstmord kommt für ihn nur deshalb nicht in Frage, weil Brady seinen alleinerziehenden Vater Willy (Bradys realer Vater Tim Jandreau), seine geistig behinderte Schwester Lilly (Bradys reale Schwester Lilly Jandreau) und seinen schwerstbehinderten Freund Lane Scott (der reale Bullenreiter Lane Scott) nicht im Stich lassen will. „The Rider“ ist ein äußerst gefühlvoll und ruhig erzählter Neo-Western, der sich mit seinen starken Bildern und den grandiosen Darstellerleistungen einen Platz in der Top 10 verdient hat.

Wertung: 

11. A Quiet Place

Mit dem Horror-Thriller „A Quiet Place“ schickt uns das Schauspielpaar John Krasinski und Emily Blunt auf einen nahezu geräuschlosen und hoch spannenden Höllentrip durch eine post-apokalyptische Welt. Lee und Evelyn Abbott (Krasinski & Blunt) sowie deren drei Kinder Reagan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und Beau (Cade Woodward) gehören zu den wenigen Überlebenden einer Invasion tödlicher Aliens, die auf das kleinste Geräusch reagieren. Fortan ist die Familie gezwungen sich lautlos zu bewegen und jegliche Kommunikation auf Zeichensprache zu beschränken. Krasinki beweist mit seiner mittlerweile dritten Regiearbeit, dass er auch hinter der Kamera enormes Talent besitzt. „A Quiet Place“ funktioniert nicht nur als spannender Thriller, sondern auch als emotionales Familiendrama, das von der grandiosen Chemie zwischen Krasinski und Blunt sowie der perfekt besetzten Jungdarsteller lebt.

Wertung: 

12. Mission: Impossible – Fallout

Im mittlerweile sechsten Teil der „Mission: Impossible“-Reihe werden die Agenten der Impossible Mission Force (IMF) unter der Leitung von Alan Hunley (Alec Baldwin) auf eine weitere gefährliche Mission geschickt. Ethan Hunt (Tom Cruise), Benji Dunn (Simon Pegg) und Luther Stickell (Ving Rhames) sollen hochgefährliches, waffenfähiges Plutonium sicherstellen, hinter dem auch die Terroristengruppe Apostel her ist. Diese will daraus tragbare Atombomben bauen, um die Welt ins Chaos zu stürzen. Hunt’s Mission schlägt jedoch fehl, weil er das Leben seiner Partner über den Erfolg seines Auftrags stellt. Das bringt das IMF unter Druck, sodass die CIA-Chefin Erica Sloane (Angela Bassett) ihren besten Agenten August Walker (Henry Cavill) zur Verstärkung schickt. Der von Christopher McQuarrie (Way of the Gun, Jack Reacher, Mission: Impossible – Rogue Nation) geschriebene und inszenierte Action-Kracher „Mission: Impossible – Fallout“ beweist, dass auch im sechsten Kapitel des Franchise keine Ermüdungserscheinungen auftreten. Im Gegenteil – die Actionsequenzen sind packender und einfallsreicher denn je. Superstar Tom Cruise hat erneut sein Herzblut in den Film gesteckt, was der Zuschauer in jeder Szene deutlich spürt. Egal ob er einen HALO-Jump aus einem Flugzeug durchführt, sich auf engstem Raum einen tödlichen Kampf liefert, mit dem Motorrad durch die Straßen von Paris rast, von Dach zu Dach springt oder eigenhändig einen Hubschrauber durch enge Gebirgsschluchten manövriert. „Mission: Impossible – Fallout“ legt die Messlatte für handgemachte Action sehr hoch und ist eine erfrischende Abwechslung im Vergleich zum heutigen Dschungel aus Blockbustern, die mit CGI-Effekten förmlich überladen sind.

Wertung: 

13. Spider-Man: A New Universe
OT = Spider-Man: Into the Spider-Verse

Mit dem Animationsfilm „Spider-Man: A New Universe“ wurde uns vergangenes Jahr eine überraschend andere Spider-Man-Story präsentiert, die sich diesmal auf Teenager Miles Morales (Shameik Moore) fokussiert, der wie Peter Parker ebenfalls von einer Spinne gebissen wurde und ähnliche Fähigkeiten entwickelt. In erster Linie ist das von Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman inszenierte Spektakel eine einzige große und bunte Meta-Erzählung voller Seitenhiebe auf die Comics, Zeichentrickserien und bisherigen Kinofilme. Für Fans der Figur aber auch für normale Zuschauer bietet „Spider-Man: A New Universe“ nicht nur eine fantastisch aussehende Komödie die mit einer genialen Comic-Optik punktet, denn hinter der bombastischen Action und den witzigen Gags verbirgt sich auch eine starke Geschichte. Diese wird durch die kuriosen Auftritte von Peter B. Parker alias Spider-Man (Jake Johnson), Gwen Stacy alias Spider-Gwen (Hailee Steinfeld), Spider-Man Noir (Nicolas Cage) und Spider-Ham (John Mulaney) nochmal verfeinert.

Wertung: 

14. Deadpool 2

Im Sequel der Comicverfilmung „Deadpool“ bekommt es Großmaul und Ex-Söldner Wade Wilson alias Deadpool (Ryan Reynolds) unter anderem mit dem Superschurken Cable (Josh Brolin) zu tun, der hinter dem wütenden Teenager-Mutanten Russell (Julian Dennison) alias Firefist her ist. Um diesen bei seinem Vorhaben zu stoppen, trommelt Deadpool kurzerhand seine eigene Superhelden-Truppe namens X-Force zusammen, die aus Domino (Zazie Beetz), Bedlam (Terry Crews), Zeitgeist (Bill Skarsgård), Shatterstar (Lewis Tan), Vanisher (Brad Pitt) und dem Normalo Peter (Rob Delaney) besteht. „Deadpool 2“ wurde diesmal von Stunt-Spezialist David Leitch (John Wick, Atomic Blonde, Fast & Furious presents: Hobbs & Shaw) in Szene gesetzt und legt in Sachen Action und frecher Sprüche nochmal eine Schippe drauf. Ähnlich wie dem Erstling gelingt es der Fortsetzung das Superhelden-Genre gehörig durch den Kakao zu ziehen, behält aber trotz allem noch das Herz am rechten Fleck. Hauptdarsteller Ryan Reynolds, der diesmal auch am Drehbuch mitwirkte, beweist abermals dass er für die Rolle des liebenswerten Anti-Helden geboren wurde.

Wertung: 

15. Vollblüter
OT = Thoroughbreds

In der Krimi-Dramedy „Vollblüter“ erneuern die zwei Teenagerinnen Lily (Anya Taylor-Joy) und Amanda (Olivia Cooke) ihre Freundschaft, nachdem sie sich in den vergangenen Jahren voneinander entfernt hatten. Lily ist auf eine gute Schule gegangen und Teil der gesellschaftlichen Ober-Klasse, während die kluge Amanda völlig emotionslos ist und zu einer sozialen Außenseiterin wurde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten verstehen sich die beiden wieder hervorragend, bringen aber nach und nach auch die Schattenseiten des anderen zum Vorschein. Dies führt schließlich dazu dass sie den Kleinganoven Tim (Anton Yelchin) anheuern, um einen Mord zu begehen. Der von Regidebütant Cory Finley inszenierte Streifen beweist eine gehörige Portion Stil und punktet mit grandiosen Kamerafahrten, einem genialen Soundtrack, einer spannenden Erzählstruktur und äußerst talentierten Darstellern, die sich in jeder Szene gegenseitig überflügeln.

Wertung:

16. Bumblebee

Nachdem Krawall-Regisseur Michael Bay (Bad Boys 1-2, Die Insel, Pain & Gain, 13 Hours) dafür gesorgt hat, dass die Qualität der „Transformers“-Reihe von Film zu Film sinkt, holte ausgerechnet ein Prequel im letzten Jahr das angestaubte Franchise aus der Versenkung. Mit „Bumblebee“ liefert uns Regisseur Travis Knight (Kubo: Der tapfere Samurai) einen überraschend tiefgründigen und spaßigen Streifen, der an die Stärken des ersten „Transformers“ anknüpft und diesen in mancher Hinsicht sogar übertrumpft. Der Fokus liegt diesmal auf Publikumsliebling Bumblebee, der im Jahr 1987 erstmals auf der Erde landet und sich als VW-Käfer tarnt. Nachdem er an eine Gruppe von Soldaten rund um Agent Burns (John Cena) und böswillige Decepticons aneinandergerät, landet er schließlich auf einem Schrottplatz einer kleinen kalifornischen Küstenstadt. Dort stößt die rebellische 18-jährige Schülerin Charlie (Hailee Steinfeld) auf den getarnten Autobot und es dauert nicht lange, bis sich eine enge Freundschaft zwischen Charlie und Bumblebee entwickelt. „Bumblebee“ bietet zwar genügend spannende Action-Sequenzen, verzichtet aber größtenteils auf eine minutenlange Reizüberflutung, die der Zuschauer mittlerweile von der „Transformers“-Reihe gewohnt ist und konzentriert sich stattdessen auf die bezaubernde Story eines jungen Mädchens, das noch ihren Platz auf der Welt finden muss und mit ganz alltäglichen Teenagerproblemen zu kämpfen hat. Allen voran Hauptdarstellerin Hailee Steinfeld beweist enormes Fingerspitzengefühl und sorgt dafür, dass der Zuschauer in jedem Moment mitfiebert und den knallgelben Roboter noch mehr in sein Herz schließt.

Wertung: 

17. Greatest Showman

Im Musical „Greatest Showman“ gründet der zweifache Vater P.T. Barnum (Hugh Jackman) gemeinsam mit seiner Frau Charity (Michelle Williams) ein Kuriositätenkabinett, das unter anderem aus einer bärtige Frau (Keala Settle), einem kleinwüchsigen Mann (Sam Humphrey), einer Trapezkünstlerin (Zendaya) und spektakulären Tänzern besteht. Gleichzeitig sehnt sich Barnum nach dem Respekt der feinen Gesellschaft, die hochnäsig auf seinen Zirkus herabsieht. Er tut sich daher mit dem seriösen Geschäftsmann Phillip Carlyle (Zac Efron) zusammen. Als er schließlich bei einer königlichen Audienz der schwedischen Opernsängerin Jenny Lind (Rebecca Ferguson) begegnet, wittert er die große Chance. „Greatest Showman“ ist eines der großen musikalischen Highlights aus dem Vorjahr, das vor allem durch seine sensationellen Choreographien und seinen grandiosen Soundtrack im Gedächtnis bleibt.

Wertung: 

18. Molly’s Game

Mit „Molly’s Game“ gibt Drehbuchautor Aaron Sorkin (The Social Network, Die Kunst zu gewinnen – Moneyball, The Newsroom, Steve Jobs) sein fulminantes Regiedebüt. Darin muss die junge und talentierte Skifahrerin Molly Bloom (Jessica Chastain) ihre Karriere nach einer schweren Verletzung an den Nagel hängen. Auch ihr Jurastudium schmeißt Molly wenig später hin und landet über Umwege schließlich in der Welt des Underground-Pokers. Schnell erkennt sie, dass sie ein Händchen für die Organisation der illegalen Wettbewerbe hat und stellt schließlich ihr eigenes streng geheimes Pokerturnier auf die Beine, das von prominenten Gesichtern aus Hollywood, Sportstars, einflussreichen Geschäftsmännern aber auch der russischen Mafia besucht wird. Als Molly mitten in der Nacht vom FBI verhaftet wird, zerreißen sich die Boulevardblätter das Maul. Einzig Molly’s Strafverteidiger Harlie Jaffey (Idris Elba) erweist sich als Verbündeter und ahnt, dass mehr hinter der Geschichte steckt. „Molly’s Game“ ist ein wie von Sorkin gewohnt mit genialen Dialogen gespicktes und kurzweiliges Biopic, das mit einer grandiosen Jessica Chastain aufwartet, die ihrer tiefgründigen Figur zahlreiche Facetten verleiht.

Wertung: 

19. Wind River

Mit seiner zweiten Regiearbeit „Wind River“ liefert uns Drehbuchautor Taylor Sheridan (Hell or High Water, Sicario 1-2, Yellowstone) einen Slow-Burn der Extraklasse. Das von Jeremy Renner (Tödliches Kommando – The Hurt Locker, The Town – Stadt ohne Gnade, Arrival, Avengers: Endgame) und Elizabeth Olsen (Martha Marcy May Marlene, Oldboy, Ingrid Goes West, Avengers: Endgame) angeführte Krimi-Drama handelt von Fährtenleser und Jäger Cory Lambert (Renner), der in einem Indianerreservat nahe des US-Bundesstaats Wyoming arbeitet. Eines Tages stößt er bei der Jagd auf die Leiche der 18-jährigen Natalie (Kelsey Asbille). Mit den Ermittlungen in dem grausigen Fall wird die junge FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen) aus Florida beauftragt, doch Banner ist nicht nur völlig unerfahren, sondern auch mit den Gegebenheiten im schneebedeckten Wyoming nicht vertraut. Während ihrer Ermittlungen müssen die beiden schnell feststellen, dass sie es mit einem geschickten Gegenspieler zu tun haben, der vor nichts zurückschreckt. Der Steifen beginnt sehr langatmig, dreht die Spannungschraube kontinuierlich weiter und mündet in ein fulminantes Finale.

Wertung: 

20. BlacKkKlansman

Spike Lee’s (Do the Right Thing, Malcolm X, Inside Man, Chi-Raq) neuester Streich „BlacKkKlansman“ fokussiert sich auf Ron Stallworth (John David Washington), der im Colorado Springs der Siebziger als erster Schwarzer beim Polizeidepartment angenommen wird. Ron besucht zunächst undercover diverse Veranstaltungen der Black-Power-Bewegung bis er eines Tages völlig unerwartet einfach mal den Ku-Klux-Klan kontaktiert. Ron gibt sich am Telefon als weißer Rassist aus, was aber nur so lange klappen kann, wie er nicht an einem örtlichen Treffen teilnimmt. Wann immer es um Rons Anwesenheit bei einer der unmaskierten Ku-Klux-Klan-Veranstaltung geht, springt also seiner jüdischer Kollege Flip (Adam Driver) ein, der dann die aus den Telefongesprächen bekannte Stimme imitiert. Was folgt ist eine irrwitzige Story, die gekonnt mit Themen wie Vorurteilen, Rassenfeindlichkeit und Politik spielt, dabei aber nie ins Geschmacklose abdriftet. Mit „BlacKkKlansman“ liefert uns Spike Lee eine überaus unterhaltsame Krimi-Dramedy, die zu den besten Regiearbeiten des Jahres gehört.

Wertung: 

21. Call Me By Your Name

Mit der Romanverfilmung „Call Me By Your Name“ entführt uns Regisseur Luca Guadagnino (The Protagonists, Melissa P., A Bigger Splash, Suspiria) nach Norditalien ins Jahr 1983, wo Familie Perlman den Sommer in ihrer atemberaubenden Villa verbringt. Während der 17 Jahre alte Sohn Elio (Timothee Chalamet) Bücher liest, klassische Musik hört und mit seiner Bekannten Marzia (Esther Garrel) flirtet, beschäftigt sich sein Vater (Michael Stuhlbarg) mit antiken Statuen. Für den Sommer hat sich der auf griechische und römische Kulturgeschichte spezialisierte Archäologe mit Oliver (Armie Hammer) einen Gast ins Haus geholt, der ihm bei seiner Arbeit zur Seite stehen soll. Der selbstbewusste und attraktive Besucher wirbelt die Gefühle des pubertierenden Elio ordentlich durcheinander. Während sich langsam eine Beziehung zwischen den beiden anbahnt, merkt Elio, dass er noch einiges über das Leben und die Liebe lernen muss. „Call Me By Your Name“ ist ein ruhig erzähltes Drama über das Thema Homosexualität, das den Figuren genügend Raum bietet um sich zu entfalten. Erwähnenswert ist vor allem die grandiose Performance von Youngster Timothee Chalamet, der im letzten Jahr dafür eine Oscarnominierung erhielt.

Wertung: 

22. The Disaster Artist

Mit „The Disaster Artist“ erwartet den Zuschauer eine völlig irre Komödie, die auf einer wahren Geschichte der beiden Freunde Tommy Wiseau (gespielt von James Franco) und Greg Sestero (gespielt von Dave Franco) basiert. Als sich die Beiden in einer Schauspielschule kennen lernen, werden sie schnell Freunde und träumen von einer gemeinsamen Karriere in Hollywood. Greg bewundert Tommy für seine Furchtlosigkeit auf der Bühne und dafür, dass er niemals aufgibt, allerdings wird den beiden schnell klargemacht, dass sie keine Chancen auf eine Schauspielkarriere haben. Da kommt ihnen eine Idee: Warum nicht einfach einen eigenen Film drehen? Tommy schreibt das Drehbuch, kauft von seinem eigenen Geld das nötige Equipment und heuert eine Filmcrew an. Doch schnell stellt sich heraus, dass Hauptdarsteller, Produzent, Regisseur und Autor Tommy keine Ahnung vom Filmemachen hat. Was folgt ist die aberwitzige Entstehungsgeschichte des Films „The Room“, der von vielen als schlechtester Film aller Zeiten abgestempelt wird. Regisseur und Hauptdarsteller James Franco drehte viele Szenen von „The Room“ 1:1 nach und schuf so eine grandiose Hommage mit viel Herz, die bis zum Schluss unterhält.

Wertung: 

 

23. Feinde – Hostiles
OT = Hostiles

Im knallhartem Western „Feinde – Hostiles“ nimmt der hochgeachtete Armee-Offizier Joseph J. Blocker (Christian Bale) im Jahr 1892 widerwillig die Aufgabe an, gemeinsam mit ein paar Soldaten den schwerkranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk (Wes Studi) sowie dessen Familie quer durchs Land in dessen Heimat im Bundesstaat Montana zu bringen. Als die bunt zusammengewürfelte Truppe über die traumatisierte Witwe Rosalie Quaid (Rosamund Pike) stolpert, deren gesamte Familie gerade brutal von Komantschen ermordet wurde, müssen die Männer ihren gegenseitigen Hass und die Vorurteile beiseite schieben, denn das Gebiet in dem sie sich befinden lauert voller tödlicher Gefahren. Der von Regisseur Scott Cooper (Crazy Heart, Auge um Auge – Out of the Furnace, Black Mass) inszenierte Streifen zeigt mit seinen schonungslosen Bildern den rauen und gefährlichen Alltag im Wilden Westen und geht mit den grandiosen Performances seiner Darsteller sprichwörtlich unter die Haut.

Wertung: 

24. The Florida Project

In Sean Baker’s (Four Letter Words, Take Out, Prince of Broadway, Tangerine) Drama „The Florida Project“ lebt die sechsjährige Moonee (Brooklynn Prince) in einem heruntergekommenen Motel im sonnigen Orlando, Florida. Gemeinsam mit ihren Freunden Scooty (Christopher Rivera) und Jancey (Valeria Cotto) streift sie durch die Gegend und treibt unter strenger Beobachtung von Motelmanager Bobby (Willem Dafoe) allerlei Blödsinn. Das Trio erbettelt sich Geld für Eis, legt die Stromversorgung eines gesamten Wohnkomplexes lahm und klettert in leerstehende Häuser. Moonee’s erst 22-jährige Mutter Halley (Bria Vinaite) muss unterdessen zusehen wie sie jeden Monat die Miete für das Motelzimmer zusammenbekommt. „The Florida Project“ ist ein rührendes Drama über ein kleines Mädchen und dessen alleinerziehende Mutter, die sich tagtäglich durchs Leben kämpfen müssen. Als besonderer Glücksgriff erweist hierbei der bezaubernde Youngster Brooklynn Prince, die sich mit ihrer leichtfüßigen Art in die Herzen der Zuschauer spielt. Aber auch Willem Dafoe als genervter Motelbesitzer beweist seine Vielseitigkeit und wurde für seine Performance im Vorjahr als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert.

Wertung: 

25. Brawl in Cell Block 99

Mit dem Gefängnis-Thriller „Brawl in Cell Block 99“ lässt Regisseur S. Craig Zahler (Bone Tomahawk, Dragged Across Concrete) einen knallharten und schonungslosen Gewaltrausch auf den Zuschauer los. Der ehemalige Boxer Bradley (Vince Vaughn) verliert seinen Job als Auto-Mechaniker und steht vor den Trümmern seiner turbulenten Ehe. Völlig am Boden zerstört versucht er Geld zu beschaffen und fängt als Drogenkurier für einen alten Freund an. Als er eines Tages in eine Schießerei zwischen der Polizei und seinen eigenen Leuten gerät, eskaliert die Situation. Bradley wird schwer verletzt und kommt auch noch ins Gefängnis. Dort angekommen geht er buchstäblich durch die Hölle und muss für seine Feinde aus der Freiheit verschiedene Aufträge erledigen, um das Leben seiner Frau (Jennifer Carpenter) zu retten. Hauptdarsteller Vince Vaughn schlüpft hierfür in seine bisher ungewöhnlichste Rolle und darf sich sowohl physisch als auch psychisch so richtig austoben. Mit seiner beinharten und blutigen Art und Weise erkämpft sich „Brawl in Cell Block 99“ gerade noch einen Platz in meiner Top 25.

Wertung: 

Erwähnenswerte Filme:

  • A Beautiful Day
  • Alles Geld der Welt
  • Ant-Man and the Wasp
  • Aquaman
  • Black Panther
  • Hereditary – Das Vermächtnis
  • Jurassic World: Das gefallene Königreich
  • Lady Bird
  • Sicario: Day of the Soldado
  • Solange ich atme
  • Solo: A Star Wars Story
  • Tomb Raider

Top 10: Streaming-Filme

1. Roma

Mit dem Drama „Roma“ liefert uns Regisseur Alfonso Cuaron (Große Erwartungen, Harry Potter und der Gefangene von Askaban, Children of Men, Gravity) sein bisher persönlichstes Werk. Darin geht es um das junge Hausmädchen Cleo (Yalitza Aparicio), das in den 70ern für eine mexikanische Mittelstandsfamilie im Stadtteil Roma arbeitet. Als sich ihre Arbeitgeber Sofia (Marina de Tavira) und Antonio (Ernando Grediaga) trennen hilft sie Sofia, diesen Umstand vor den Kindern geheimzuhalten. Als Cleo schließlich von ihrem Freund Fermín (Jorge Antonio Guerrero) schwanger wird und es kurz darauf in der Stadt nach politischen Studentenunruhen plötzlich zu einer heftigen Eskalation der Gewalt kommt, wird Cleo vollständig der Boden unter den Füßen weggerissen. Das stets in Schwarz/Weiß gehaltene Drama überzeugt durch eine emotionale Geschichte, grandiose Kamerafahrten und einen hochkarätigen Cast, der nahezu vollständig aus unerfahrenen Laiendarstellern besteht. Der Streaming-Gigant Netflix schickt mit „Roma“ erstmals einen Film ins Rennen, der sich bei der diesjährigen Oscar-Verleihung als einer der großen Favoriten erweisen könnte.

Wertung: 

2. The Ballad of Buster Scruggs

„The Ballad of Buster Scruggs“ ist ein Anthologie-Western, der aus insgesamt sechs verschiedenen Kurzgeschichten besteht. In der ersten Episode mit dem gleichnamigen Titel „The Ballad of Buster Scruggs“ kommt Revolverheld Buster Scruggs (Tim Blake Nelson) in eine kleine Stadt und räumt unter den Gaunern im dortigen Saloon ordentlich auf. In „Near Algodones“ steht ein Bankräuber (James Franco) im Mittelpunkt, der sich nach einem Überfall mit einer Schlinge um den Hals wiederfindet und einen Ausweg aus dieser brenzligen Lage finden muss. In „Meal Ticket“ reist ein Impresario (Liam Neeson) durch das Land, dessen Show nur aus einem arm- und beinlosen Künstler (Henry Melling) besteht. Im Mittelpunkt von „All Gold Canyon“ steht ein Goldgräber (Tom Waits) der seinen neu entdeckten Schatz gegen Eindringlinge verteidigen muss. In „The Gal Who Got Rattled“ reist eine junge Frau (Zoe Kazan) mit ihrem Bruder in einem Planwagenzug durch die Prärie. Und auch die drei Hauptfiguren von „The Mortal Remains“ (Chelcie Ross, Tyne Daly & Saul Rubinek) befinden sich auf einer Reise, allerdings erfahren sie von ihren Führern (Brendan Gleeson & Jonjo O’Neill) schon bald, dass es die Reise ins Jenseits ist. Der von den Gebrüdern Ethan und Joel Coen (Fargo, The Big Lebowski, No Country for Old Men, True Grit) inszenierte Netflix-Streifen ergibt mit seinen vielschichtigen und unterhaltsamen Kurzgeschichten ein wunderschönes Gesamtbild und hat sich den zweiten Platz in diesem Ranking mehr als verdient.

Wertung: 

3. Auslöschung
OT = Annihilation

Im Sci-Fi-Film „Auslöschung“ wird der Soldat Kane (Oscar Isaac) in ein geheimes Gebiet namens Area X geschickt, welches von einem mysteriösen Ereignis erschüttert wurde, und kehrt als einziger Überlebender zurück. Ein neues Team bestehend aus den Wissenschaftlerinnen Lena (Natalie Portman), Anya Thorensen (Gina Rodriguez), Cass Shepard (Tuva Novotny), Josie Radek (Tessa Thompson) und Leiterin Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh) soll nun endgültig die Geheimnisse der Region lüften, das Gebiet kartographieren, Flora und Fauna katalogisieren und die Beobachtungen dokumentieren. Doch es sind nicht nur die Mysterien von Area X, sondern die Geheimnisse der Frauen untereinander, die die Expedition gefährden. Mit „Auslöschung“ schuf Regisseur Alex Garland (Ex Machina) einen hochintelligenten Thriller, der mit einer bombastischen Optik und einer spannenden Geschichte aufwartet, die einige Mindfuck-Momente bereithält.

Wertung: 

4. Black Mirror: Bandersnatch

Mit dem Spielfilm „Bandersnatch“ aus der dystopischen Serie „Black Mirror“ wagt sich die Streaming-Plattform Netflix erstmals an ein interaktives Erlebnis, dessen weitere Vorgehensweise vom Zuschauer mittels Auswahlfunktion mitbestimmt werden kann. Im Fokus von „Bandersnatch“ steht ein junger Programmierer namens Stefan (Fionn Whitehead), der im Jahr 1984 ein Videospiel basierend auf einem Fantasy-Roman entwickelt und bald seinen Realitätssinn infrage stellen muss. Der mit insgesamt fünf möglichen Enden und zahlreichen Erzählpfaden ausgestattete Sci-Fi-Thriller ermöglicht es dem Publikum tiefer als je zuvor in die Geschichte einzutauchen und Gott zu spielen. Diese geniale Grundidee erweist sich als enorme Potenzialquelle für künftige Projekte zu diesem Thema und wird mit ziemlicher Sicherheit den Weg für weitere interaktive Erzählweisen in der Unterhaltungsbranche ebnen.

Wertung: 

5. Sense 8 – Finale

Im großen Finale der Netflix-Serie „Sense8“, die nach ihrer Absetzung nachträglich einen abschließenden Spielfilm spendiert bekommen hat, geht es für Acht einander völlig fremde Menschen, die mental miteinander verbunden sind, ums nackte Überleben. Zu ihnen gehören der amerikanische Polizist Will (Brian J. Smith), die isländische DJane Riley (Tuppence Middleton), die koreanische Geschäftsfrau Sun (Bae Doona), die indische Apothekerin Kala (Tina Desai), der homosexuelle Mexikaner Lito (Miguel Ángel Silvestre), der deutsche Einbrecher Wolfgang (Max Riemelt), die transsexuelle Bloggerin Nomi (Jamie Clayton) sowie der kenianische Busfahrer Capheus (Toby Onwumere). Gemeinsam versuchen sie dem finsteren Whispers (Terrence Mann) und der Organisation BPO endgültig das Handwerk zu legen. Die von den Geschwistern Lana und Lilly Wachowski (Matrix 1-3, Speed Racer, Cloud Atlas, Jupiter Ascending) produzierte Serie erhält mit diesem Spielfilm einen liebevollen sowie würdevollen Abschluss und beweist, dass die Liebe eines Menschen jegliche Arten von Barrieren wie beispielsweise Herkunft, Aussehen, sexuelle Orientierung oder Religion sprengen kann.

Wertung: 

6. Kodachrome

Die von Regisseur Mark Raso (Copenhagen) inszenierte Netflix-Dramedy „Kodachrome“ handelt von Musiklabel-Chef Matt (Jason Sudeikis) der völlig verwundert ist, als sich eines Tages die Pflegerin (Elizabeth Olsen) seines entfremdeten Vaters (Ed Harris) bei ihm meldet. Diese berichtet ihm, dass sein Vater – ein draufgängerischer Foto-Journalist – Krebs im Endstadium habe und es sein letzter Wunsch sei, mit seinem Sohn einen Roadtrip nach Kansas zu unternehmen, um dort das letzte Labor für Kodachrome-Bilder zu besuchen, bevor dieses endgültig seine Pforten schließt. „Kodachrome“ ist eine überraschend emotionale Vater/Sohn-Story, die mit dem tollen Zusammenspiel seiner Hauptdarsteller punktet.

Wertung: 

7. The Ritual

Im Mystery-Thriller „The Ritual“ beschließen vier junge Männer nach dem plötzlichen Tod ihres besten Freundes Rob (Paul Reid) das Abenteuer gemeinsam anzugehen, das zuvor geplant war. Gemeinsam wandern Luke (Rafe Spall, Hutch (Robert James-Collier), Phil (Arsher Ali) und Dom (Sam Troughton) daher durch die Wildnis Skandinaviens. Tief in den Wäldern merken sie schnell, dass irgendetwas nicht stimmt. Es fängt mit grausam verstümmelten Tierleichen an und mündet in Albträume und unerklärliche Wundmale. Bald müssen die vier Freunde erkennen, dass dunkle Kräfte am Werk sind. „The Ritual“ erweist sich hierbei keinesfalls als ein billiger Abklatsch von „The Blair Witch Project“, sondern hat vielschichtige Figuren, die menschlich wirken und Entscheidungen treffen, die nachvollziehbar sind. Im Schlussakt sehen wir letztlich was den Freunden nachstellt, das Wesen dominiert aber nie das Geschehen und schafft Schrecken ohne alberne Jumpscares.

Wertung: 

8. Outlaw King

Mit dem Historie-Drama „Outlaw King“ aus dem Hause Netflix wagt sich Regisseur David Mackenzie (Hallam Foe, Perfect Sense, Mauern der Gewalt, Hell or High Water) an die Geschichte von Robert I. alias Robert the Bruce (Chris Pine), der mitansehen muss wie sich sein Vater Robert de Brus (James Cosmo) und andere schottische Adlige dem englischen König Edward (Stephen Dillane) unterwerfen. Als der englische König den schottischen Widerstandskämpfer William Wallace nicht nur gefangen nimmt, sondern auch foltert, hinrichtet und Teile seines Körpers als Warnung öffentlich zur Schau stellen lässt, muss Robert endlich handeln. Er lässt sich zum König krönen und versammelt Schottlands Adlige hinter sich, um das Land endgültig von den Besatzern zu befreien. Mackenzie gelingt ein spannender, blutiger und visuell eindrucksvoller Film, der sich zwar deutlich enger an die tatsächlichen Ereignisse hält als damals Mel Gibson’s oscargekröntes Meisterwerk „Braveheart“, in Sachen Qualität aber deutlich hinter diesem bleibt.

Wertung: 

9. Bird Box

Im von Regisseurin Susanne Bier (Things We Lost in the Fire, Zweite Chance, Serena, The Night Manager) inszenierten Horror-Drama „Bird Box“ hat ein mysteriöser Schrecken die Welt heimgesucht. Es handelt sich dabei um eine Art Monster, das seine Opfer dazu bringt sich selbst umzubringen, sobald man es ansieht. Um sich und ihre zwei Kinder vor diesem grausamen Schicksal zu bewahren, beschließt Malorie (Sandra Bullock) sich und ihren Nachkommen die Augen zu verbinden. Als dann plötzlich das Telefon klingelt und ein unbekannter Anrufer auf einen sicheren Ort ganz in der Nähe verweist, besteigt Malorie mit ihren Kindern kurzerhand ein kleines Boot und begibt sich ohne Sehsinn auf eine gefährliche Reise. „Bird Box“ ist ein solides Horror-Drama, das mit einer gut agierenden Sandra Bullock und einer erfrischenden Story punktet, dessen Gesamtbild jedoch durch das sehr abrupte Ende etwas getrübt wird.

Wertung: 

10. Mute

Der Sci-Fi-Thriller „Mute“ ist im Berlin des Jahres 2052 angesiedelt, in dem westliche und östliche Kulturen aufeinander treffen. Mittendrin befindet sich der stumme Barkeeper Leo Beiler (Alexander Skarsgard), der nur noch wegen seiner großen Liebe an diesem düsteren Ort verweilt. Als seine Freundin eines Tages plötzlich spurlos verschwindet, begibt sich Leo auf die Suche und streift durch die dunkelsten und gefährlichsten Ecken der pulsierenden Großstadt. Im Berliner Untergrund stößt er schließlich auf die zwielichtigen US-Militär-Chirurgen Cactus Bill (Paul Rudd) und Duck Teddington (Justin Theroux). Der von Regisseur Duncan Jones‘ (Moon, Source Code, Warcraft: The Beginning) inszenierte Streifen punktet mit einer grandiosen Optik und einem gut aufgelegten Cast, schwächelt jedoch in Sachen Storytelling etwas und schafft es deshalb nur knapp in dieses Ranking.

Wertung: 

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere