Spoilerfreie Review – „Bohemian Rhapsody“

Das von Regisseur Bryan Singer (Die üblichen Verdächtigen, Der Musterschüler, X-Men, Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat) inszenierte Biopic „Bohemian Rhapsody“ beleuchtet den Aufstieg der Kult-Band Queen, die im Jahr 1970 von Farrokh Bulsara aka Freddie Mercury (Rami Malek), Brian May (Gwilym Lee), Roger Taylor (Ben Hardy) und John Deacon (Joseph Mazzello) gegründet wurde. Die darauffolgenden Jahre produzierte die Band einen Hit nach dem anderen, deren Entstehung dem Zuschauer in äußerst amüsanten Szenen näher gebracht wird. Großes Herzstück des Films ist die innere Zerrissenheit von Leadsänger Freddy Mercury, der jahrelang seine Homosexualität geheim hielt und schließlich an AIDS erkrankt ist.

Eine wichtige Konstante war dabei die Beziehung zu seiner Freundin Mary Austin (grandios: Lucy Boynton), die ihn in guten wie in schweren Zeiten stets unterstützte. Hauptdarsteller Rami Malek (Short Term 12, Need for Speed, Mr. Robot, Papillon) erweißt sich als Idealbesetzung und verleiht seiner Figur eine enorme Bandbreite. Malek kopiert den legendären Sänger dabei nicht, sondern zaubert seine ganz eigene Performance auf die Leinwand, die das Andenken von Mercury ehrt und ihm ziemlich sicher eine Oscar-Nominierungen einbringen wird. Auch die restlichen Bandmitglieder gespielt von Gwilym Lee, Ben Hardy und Joseph Mazzello erweisen sich als Glücksgriff und harmonieren perfekt miteinander.

Auf musikalischer Ebene bietet der Streifen einige bombastische Momente. Ein großes Highlight ist dabei die von Bob Geldof und Midge Ure organisierte Benefiz-Veranstaltung Live Aid aus dem Jahr 1985 im Londoner Wembley-Stadion, bei dem Mercury nochmal alle Bandmitglieder zusammentrommelte. Knapp zwei Milliarden Menschen aus 150 Ländern schauten dabei zu. Die Filmcrew stellte das legendäre Event in einer über 20-minütigen Sequenz filmisch nach und zog dabei wirklich alle Register. Die größten Hits der Band werden mit so einer unfassbaren Wucht auf den Zuschauer losgelassen, dass sich schnell ein Gänsehaut-Feeling im Publikum breit macht.

Bemerkenswert ist, dass trotz der turbulenten Geschehnisse, die sich hinter den Kulissen abgespielt haben, „Bohemian Rhapsody“ ein äußerst gelungenes und vielschichtiges Biopic geworden ist. Regisseur Bryan Singer verließ ein paar Wochen vor Drehschluss das Projekt und wurde kurzfristig von Dexter Fletcher (Wild Bill, Make My Heart Fly, Eddie the Eagle, Rocketman) ersetzt. Der Grund von Singer’s Ausstieg ist nach wie vor nicht ganz geklärt. Angeblich handelte es sich um einen familiären Notfall, andere behaupten jedoch, dass der Regisseur und der Hauptdarsteller mehrfach am Set aneinander gerieten. Nichtsdestotrotz ist „Bohemian Rhapsody“ ein eindrucksvolles Gesamtwerk, dass uns in die mannigfaltige Psyche von Leadsänger Freddy Mercury eintauchen und die wichtigsten Stationen der Band Queen Revue passieren lässt. Sowohl Fans der Kult-Band als auch Queen-Neulinge, werden den Kinosaal mit einem Lächeln im Gesicht verlassen und den einen oder anderen Hit auf dem Nachhauseweg trällern.

rb

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