Review – Deadpool

deadpool_bannerDas lange Warten hat endlich ein Ende. Nachdem bereits vor einiger Zeit ein erster Drehbuchentwurf sowie ein kurzes Testvideo im Internet geleakt wurde, hat sich das Studio 20th Century Fox dazu entschlossen, der Comicverfilmung Deadpool grünes Licht zu geben.

Kurz nachdem Söldner Wade Wilson (Ryan Reynolds) auf seine spätere Freundin – die Prostituierte Vanessa Carlisle (Morena Baccarin) – trifft, erfährt er dass er Krebs im Endstadium hat. Daraufhin unterzieht er sich einem riskanten Experiment im Labor des mysteriösen Schurken Ajax (Ed Skrein), das jedoch katastrophale Dimensionen annimmt und sein Gesicht schrecklich entstellt. Wade schlüpft fortan in einen rot-schwarzen Anzug mit Maske und begibt sich als Anti-Held „Deadpool“ auf die Suche nach seinem Peiniger. Unterstützung erhält er dabei vom Mutanten-Schwergewicht Colossus (Stefan Kapici) und dessen Kumpanin Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand).

Was folgt ist ein irrwitziges und extrem unterhaltsames Action-Abenteuer, das mehr Witze hinausballert als so manche Komödie und vor allem von der überirdischen Leistung von Hauptdarsteller Ryan Reynolds lebt. Dieser war auch im Vorfeld bei der genialen Promotion für den Film beteiligt und steuerte einige seiner Ideen bei. Tim Miller, der bereits beim Testmaterial das Ruder übernahm, gibt mit dieser rotzfrechen Comicverfilmung sein Regiedebüt und erweist dabei enormes Talent. Von rasanten Action-Sequenzen, einem gut portionierten Gag-Feuerwerk, einer intelligenten und abwechslungsreichen Erzählstruktur, bis hin zu emotionalen Momenten wird dem Zuschauer alles geboten. Vor allem die Liebesgeschichte zwischen Wade und Vanessa ist äußerst gelungen und lässt das Publikum an der persönlichen Geschichte der beiden teilhaben. Das Studio 20th Century Fox hat sich glücklicherweise entschieden dem Streifen in den vereinigten Staaten ein R-Rating – was im deutschsprachigen Raum in etwa einem FSK 18 entspricht – zu geben, wodurch die teilweise enorm brutalen Kampfsequenzen, sexuellen Anspielungen und der rabenschwarze Humor aus der Comicvorlage erst auf die große Leinwand übertragen werden konnten. Doch all dies ist nur durch die überragende Performance von Ryan Reynolds möglich, der wie einst Robert Downey Jr. bei Iron Man geboren wurde um diese Rolle zu spielen. Reynolds schafft es der Titelfigur verschiedene Facetten zu verleihen und lässt den Zuschauer in jeder Situation mitfiebern. Besonderes Highlight sind jene Szenen, bei denen sich Deadpool direkt an das Publikum wendet und das gerade gesehene kommentiert. Dies ist vor allem den Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick zu verdanken, die eines der verrücktesten und mutigsten Drehbücher der letzten Jahre vorgelegt haben.

Einzige Kritikpunkte sind der etwas schwache Bösewicht sowie die stellenweise billig wirkenden CGI-Effekte, die bei einem geschätzten Budget von knapp über 50 Millionen US-Dollar jedoch zu verkraften sind. Nicht nur Fans der Comicvorlage werden mit Deadpool ihren Spaß haben. Der Streifen liefert zahlreiche Referenzen an die heutige Popkultur und ist in jeder Ecke mit besonderen Überraschungen und Verweisen bestückt, die einem erst bei mehreren Sichtungen auffallen werden. Deadpool ist eine äußerst unterhaltsame Comicverfilmung geworden, die eine gehörige Portion Mut beweist und das Superhelden-Genre gehörig aufmischt.

4,5

rb

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