Review – Doctor Strange

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Mit dem bereits 14. Eintrag in das Marvel Cinematic Universe liefert uns Regisseur Scott Derrickson (Der Exorzismus von Emily Rose, Sinister, Erlöse uns von dem Bösen) eine erfrischende Ursprungsgeschichte, die die Grenzen der Realität sprengt.

Der äußerst erfolgreiche aber unfassbar arrogante Neurochirurg Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch), kann nach einem schweren Autounfall seiner Tätigkeit trotz mehrerer kostspieliger Operationen und Therapien nicht mehr nachgehen. Völlig pleite und am Rande der Verzweiflung reist er nach Tibet, wo er sich bei der „Ältesten“ (Tilda Swinton) einen Weg zur vollständigen Genesung erhofft. Doch diese entführt ihn stattdessen in eine mystische Welt voller Geheimnisse und alternativer Dimensionen. Allmählich lernt Strange sein verletztes Ego hinten anzustellen und entwickelt sich zu einem der mächtigsten Magier der Welt. Doch schon bald muss er seine mystischen Kräfte nutzen, um die Welt vor einer Bedrohung aus einer anderen Dimension zu beschützen.

Vor allem der titelgebende Doktor ist es, der einen von Beginn an in seinen Bann zieht. Dies ist nicht zuletzt der grandiosen Leistung von Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch zu verdanken, dem es gelingt seiner Figur eine gute Balance zwischen Arroganz und trockenem Humor zu geben. Unterstützt von einem großartigen Ensemble bestehend aus Tilda Swinton, Rachel McAdams, Chiwetel Ejiofor, Benedict Wong und Mads Mikkelsen, geht der sympathische Brite völlig in seiner Rolle auf und wurde ähnlich wie einst Robert Downey Jr. als Iron Man perfekt gecastet. Zu Tony Stark aka Iron Man können gleichzeitig die meisten Parallenen gezogen werden. Beide Charaktere sind im Grunde arrogante und geldgierige Narzissten, die sich nicht um ihre Mitmenschen schären und durch ein unerwartetes Ereignis ihre Sichtweise grundlegend überdenken. Auf technischer und visueller Ebene kann der Film mit bombastischen Effekten und seinen äußerst kreativ umgesetzten Ideen auf ganzer Linie überzeugen. Die hauptsächlich mit Magie ausgetragenen Kämpfe bieten einen grandiosen Schauwert und wirken äußerst erfrischend. Besonders lobenswert ist der Soundtrack von Komponist Michael Giacchino, der sich nahtlos in die teils psychedelischen Sequenzen einfügt. Marvel Studios schafft es den der breiten Masse unbekannten Helden mit einer ausgeklügelten Erzählstruktur näher zu bringen und greift dabei erneut auf eine gute Portion Humor zurück, die in teilweise irrwitzige Situationen mündet. Stichwort: Schwebender Umhang. Auch in Sachen Ausstattung, Makeup und Kostüme zieht Doctor Strange alle Register und erweitert das Marvel Cinematic Universe um eine fernöstliche Komponente.

Einziger Schwachpunkt ist wie immer der Bösewicht, dem wie in fast allen Marvel-Filmen das nötige Fleisch an den Knochen fehlt. Der von Mads Mikkelsen verkörperte Schurke bietet zwar genügend diabolische Momente und wirkt wie ein ebenbürtiger Gegner für Doctor Strange, ist aber völlig austauschbar und nur Mittel zum Zweck. Dieses Manko tritt jedoch durch gut agierende Darsteller und eine spannende Geschichte in den Hintergrund. Man darf gespannt sein, in welche multidimensionalen Abenteuer es die Figur verschlägt und wie sie sich in das mittlerweile imposante Team der Avengers einfügt. Auf Letzteres gibt es einen kleinen Vorgeschmack. Comic-Fans sollten also unbedingt bis zum Ende des Abspanns sitzen bleiben.

Alles in allem ist das erste Kinoabenteuer von Doctor Strange ein visuell beeindruckender Trip geworden, der jede Menge Spaß, tolle Ideen und gute Performances bietet. Unbedingte Empfehlung!

rb

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