Review – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

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Mit dem Spinoff „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ entführt uns Regisseur David Yates – der bereits bei den letzten vier „Harry Potter“-Filmen das Ruder übernahm – auf eine magische Reise, die siebzig Jahre vor den Abenteuern von Harry, Ron, Hermine & Co. spielt.

Wir schreiben das Jahr 1926: Die magische Welt wird von einer finsteren Macht bedroht, die die Gemeinschaft der Zauberer an fanatische No-Majs (Amerikanisch für Muggel) verraten will. Von all dem ahnt der exzentrische und hochbegabte britische Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) noch nichts, denn der befindet sich gerade auf einer Forschungsreise, durch die er die Vielfalt magischer Wesen erforschen will. Einige von ihnen trägt er in seinem Koffer mit sich herum. In New York kommt es zu einer Verwechslung und der ahnungslose Bäcker Jacob Kowalski (Dan Fogler) lässt versehentlich einige der phantastischen Tierwesen frei. Bei ihrem Versuch sie wieder einzufangen, treffen Newt und Jacob auf die ehemalige Aurorin Tina Goldstein (Katherine Waterston) und deren Schwester Queenie Goldstein (Alison Sudol), die ihnen unter die Arme greifen. Ihre Unternehmungen werden jedoch durch Percival Graves (Colin Farrell) erschwert, dem Direktor für magische Sicherheit im MACUSA (Magischer Kongress der USA).

Auf technischer Ebene kann der Streifen mit einem tollen Setdesign, schönen Kostümen, sattem Sound und packenden Effekten überzeugen. Die zahlreichen Tierwesen sind durchwegs gut animiert und bilden gemeinsam mit den sympathischen Figuren eine der größten Stärken des Films. Neben Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Dan Fogler und Alison Sudol konnten auch bekannte Gesichter wie Colin Farrell, Ezra Miller, Carmen Ejogo und Jon Voight verpflichtet werden. Oscar-Preisträger Redmayne haucht dem autistisch angehauchten Zoologen Newt Scamander mit seiner unbeholfenen Art Leben ein und beweist erneut seine enorme Wandlungsfähigkeit. Waterston und Sudol verkörpern ein ungleiches Schwesternpaar, das perfekt mit Redmayne und Fogler harmoniert. Letzterer erweist sich als absolute Überraschung und kann als unerfahrener Muggel bzw. No-Maj die meisten Lacher für sich verbuchen. Gleichzeitig dient er dem Zuschauer als Anker in der magischen Welt. Farrell glänzt in seiner Rolle als hinterlistiger MACUSA-Direktor, der seine ganz eigenen Pläne verfolgt. Der talentierte Miller verleiht im Zusammenspiel mit Farrell seiner Figur durch seine zurückhaltende Performance eine tragische und verletzliche Komponente. Carmen Ejogo und Jon Voight bekommen im Vergleich zum Rest des hochkarätigen Ensembles zu wenig Screentime um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ schafft es eindrucksvoll eine ganze Reihe neuer Charaktere in einem 20er-Jahre-Setting zu etablieren und kommt mit einer spannenden Geschichte daher, die nach einem holprigen Start etwas länger braucht um in die Gänge zu kommen. Hier und da tut sich das Spinoff schwer all seine Nebenhandlungen unter einen Hut zu bringen. Autorin J.K. Rowling, die erstmals ihre eigene Vorlage für die große Leinwand adaptierte, versucht ein neues Franchise einzuleiten, dessen Story nach dem ersten Teil noch äußerst dünn wirkt. Bei der Jagd nach den titelgebenden Tierwesen kann der Film zwar mit atemberaubenden Effekten und witzigen Sitationen punkten, wird der Fokus jedoch auf andere Handlungsstränge gelegt, verliert der Film etwas von seiner Magie. Im Hinblick auf die zukünftigen Teile können sich Fans auf Bösewicht Gellert Grindelwald und den jungen Albus Dumbledore freuen, die der Reihe den fehlenden Hauch der „Harry Potter“-Magie verleihen könnten.

Insgesamt ist „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ein unterhaltsames Fantasy-Abenteuer mit kleinen Schwächen, das Lust auf weitere magische Abenteuer im „Harry Potter“-Universum macht.

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rb

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