Spoilerfreie Review – „Hellboy – Call of Darkness“

Nachdem uns Mastermind Guillermo del Toro (Blade II, Pan’s Labyrinth, Pacific Rim, Shape of Water – Das Flüstern des Wassers) mit „Hellboy“ aus dem Jahr 2004 und „Hellboy – Die goldene Armee“ aus dem Jahr 2008 zwei überaus gelungene Comicverfilmungen mit Ron Perlman (Alien – Die Wiedergeburt, Sons of Anarchy, Pacific Rim, Hand of God) in der Titelrolle präsentierte, wird mit „Hellboy – Call of Darkness“ nun ein ultrabrutales und trashiges Reboot der beliebten Comic-Reihe auf den Zuschauer losgelassen.

Darin bekommt es Halbdämon Hellboy (David Harbour), der durch seine Teufelsgestalt und seine riesige steinerne Faust bekannt ist, mit der mächtigen Hexe Nimue (Milla Jovovich) zu tun. Gemeinsam mit anderen mythischen Wesen will sie Tod und Zerstörung über die Welt der Menschen bringen. Ihr Ziel ist es Hellboy’s wahre Bestimmung zu erfüllen, denn dieser wurde einst auf die Erde gebracht um den Weltuntergang herbeizuführen. Dank seines Ziehvaters Professor Broom (Ian McShane) wurde Hellboy jedoch zur guten Seite bekehrt und macht nun als Spezial-Agent des ‚Bureau for Paranormal Research and Defense‘ Jagd auf die Monster dieser Welt. Hellboy wird von Broom für einen wichtigen Auftrag nach London geschickt und erhält dabei Unterstützung von Alice Monaghan (Sasha Lane) und Major Ben Daimio (Daniel Dae Kim). Nimue hinterlässt unterdessen eine Schneise der Verwüstung in ganz England und versucht mit allen Mitteln Hellboy für ihre Zwecke zu gewinnen.

Die von Regisseur Neil Marshall (Doomsday, Centurion, Game of Thrones, Hannibal) inszenierte Comiverfilmung ist trotz des FSK 16-Stempels extrem gewalttätig und sollte mit Vorsicht genossen werden. Fans von Splatter, Gore und hirnloser Action kommen dabei voll auf ihre Kosten. Köpfe und Gliedmaßen werden abgetrennt, Oneliner ausgetauscht, Gesichter wie lapprige Hautfetzen vom Gesicht gerissen und das CGI-Blut spritzt literweise durch die Gegend. „Hellboy – Call of Darkness“ kann also durchaus als Guilty Pleasure angesehen werden. Die Action-Sequenzen sind überwiegend gelungen und werden mit fetziger Musik hinterlegt. Auch in Sachen Set- und Creaturedesign kann der Film überzeugen. Storytechnisch bleiben die Charaktere jedoch völlig auf der Strecke und der Film hüpft mit einem enormen Tempo von einem Handlungstrang zum nächsten. Langweilig wird es einem zwar nicht, auf Dauer ist das Effektgewitter jedoch sehr ermüdend.

Aus schauspielerischer Sicht wurde mit David Harbour (Zeiten des Aufruhrs, The Newsroom, State of Affairs, Strangers Things) zwar ein toller Darsteller gefunden, der Hellboy mit Coolness, flotten Sprüchen und vollem physischem Einsatz verkörpert, doch das Drehbuch ist löchrig wie ein Schweizer Käse und prügelt ihn wie ein seelenloses Crashtest-Dummy von einem Action-Setpiece ins nächste. Selbst die eigentlich starke Vater/Sohn-Beziehung, die in den Comics eine schöne emotionale Ebene bietet, verliert im Film völlig seine Bedeutung und wird in den meisten Szenen fast schon ins Lächerliche getrieben. Restliche Castmitglieder wie Ian McShane, Sasha Lane, Daniel Dae Kim und Milla Jovovich machen ebenfalls einen ordentlichen Job, bekommen aber dank des schwachen Drehbuchs keine Chance ihren Figuren mehr Facetten zu verleihen.

„Hellboy – Call of Darkness“ ist ein knallhartes Splatter- und Gorefest vom Feinsten, das durch coole Action, einen fetzigen Soundtrack und gelungene Creaturedesigns überzeugt, in Sachen Story und Charakterentwicklung jedoch kläglich versagt.

Der Streifen läuft seit 11. April 2019 in den österreichischen Kinos und wird von Constantin Film vertrieben.

rb

Deutscher Trailer:

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