Spoilerfreie Review – „Luz“

Mit dem Mystery/Horror-Thriller „Luz“ feiert der deutsche Regisseur Tilman Singer sein beeindruckendes Regiebüt.

Im auf rauem 16mm und in Cinemascope gedrehten Schocker, begegnet der Polizeipsychologe Dr. Rossini (Jan Bluthardt) eines nachts einer geheimnisvollen jungen Frau namens Nora (Julia Riedler), die er zufällig in einer Bar kennen lernt.

Diese erzählt ihm von ihrer  aus Chile stammenden Freundin Luz (Luana Velis), mit der sie gemeinsam ein Kloster besuchte und nach einigen Jahren zufällig im Taxi wieder trifft. Nora bittet ihre neue Bekanntschaft um Hilfe, denn Luz ist kurz nach ihrem Wiedersehen spurlos verschwunden. Tatsächlich lernt Dr. Rossini die traumatisierte Luz zufällig in der Polizeiwache kennen. Mit Hilfe von Hypnose will er sich in die Psyche von Luz hineinversetzen, um die letzten Minuten vor dem Unfall zu rekonstruieren. Das Vorhaben gelingt zwar anfänglich, doch plötzlich geschehen vor den Augen von Rossini’s Kollegin Bertillon (Nadja Stübiger) und dem Übersetzer Olarte (Johannes Benecke) schreckliche Dinge, bei denen ein mysteriöser Dämon eine entscheidende Rolle spielt.

„Luz“ feierte bereits im Februar 2018 seine große Premiere auf der Berlinale und wurde im Anschluss für zahlreiche weitere Film-Festivals angekündigt. Der Film erinnert sehr stark an alte Horror-Filme der 70er bzw. 80er und die recht simple Story wird extrem verschachtelt erzählt. Regisseur und Drehbuchautor Singer lässt den Zuschauer über weite Strecken des Films im Dunkeln tappen und gibt nur kleine Hinweise, die sich am Ende wie ein Puzzle zusammenfügen. Die eindrucksvolle Musik wird durch schrägen Synthie- und Ambient-Sound dominiert, der ein mulmiges Gefühl beim Zuschauer hinterlässt. Schauspielerisch gesehen ist „Luz“ mit talentierten DarstellerInnen besetzt, die ihre Sache überraschend gut machen. Allen voran Luana Velis beweist in der Titelrolle eine enorme Bandbreite und dürfte in absehbarer Zeit das ein oder andere lukrative Angebot bekommen.

Jungregisseur Singer schafft es trotz geringem Budget einen soliden Horror-Schocker auf die Beine zu stellen, der verstört und zugleich fasziniert.

Der Streifen läuft seit 21. März 2019 in ausgewählten deutschen Kinos und wird von Bildstörung vertrieben.

rb

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