Review – Spectre

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Bond is back! Daniel Craig schlüpft im 24. Bond-Abenteuer mit dem schlichten Titel Spectre zum vierten Mal in Folge in Rolle des Agenten mit der Lizenz zum Töten. Nachdem der Vorgänger Skyfall mit Hilfe von Regisseur Sam Mendes, Craig’s verletzlicher Performance und Adele’s oscargekröntem Song „Skyfall“ zum Kassenknüller avancierte – Skyfall ist der erste Bond-Streifen der weltweit umgerechnet über eine Milliarde US-Dollar einspielen konnte – waren die Erwartungen im Vorfeld enorm groß.

Im neuesten Abenteuer erhält Bond eine kryptische Nachricht aus seiner Vergangenheit, die ihn nach Mexico City führt. Währenddessen gerät Geheimdienst-Chef M unter Druck, da der neue Leiter des Centre for National Security an der Relevanz des Doppelnullprogramms zweifelt. Mit Hilfe der Witwe eines berühmten Kriminellen kommt Bond einer finsteren Geheimorganisation namens „Spectre“ auf die Spur. Gemeinsam mit Moneypenny und Gadget-Meister Q versucht er die Tochter seines alten Erzfeindes Mr. White aufzuspüren. Nur sie hat die entscheidende Information, das Mysterium hinter Spectre und ihres Anführers zu lüften.

Mendes übernimmt erneut den Regieposten und kann auch mit seinem zweiten Streich einen packenden und stylischen Spionage-Thriller abliefern. Angefangen bei der opulenten Eröffnungssequenz in Mexico am Tag der Toten und dem Intro mit dem Titelsong „Writings on the Wall“ von Sam Smith, über die Balance aus Action und Charakter-Building bis hin zum grandiosen Christoph Waltz als Bond-Bösewicht. Mit Lea Seydoux und Monica Bellucci konnten zwei charismatische Bond-Girls engagiert werden, wobei letzere jedoch zu wenig Screentime erhält und ihre Rolle deutlich verschenkt wurde. Mit dem ehemaligen Wrestler Dave Baustista wurde außerdem ein spannender Auftragskiller gecastet, der als Hinx unserem Protagonisten enorm zu schaffen macht. Besonders lobenswert ist die Kameraarbeit von Hoyte Van Hoyetema, der sein Können bereits beim Boxer-Drama The Fighter, der herzergreifenden Romanze Her und dem Sci-Fi-Abenteuer Interstellar unter Beweis stellen durfte. Mit viel Liebe zum Detail wurden die beeindruckenden Landschaften der internationalen Drehorte eingefangen und die Trackingshots, die besonders in Mexico zu Beginn des Films zu überzeugen wissen, lassen den Zuschauer noch tiefer in die Welt von James Bond eintauchen. Vor allem Fans aus Österreich dürfte der Ausflug in die wunderschöne Region von Altaussee gefallen, wo bei winterlicher Kulisse eine grandiose Verfolgungsjagd gedreht wurde. Ansonsten weiß der Streifen mit einem tollem Cast, stylischen Kostümen, einer opulenten Aussstattung, treibender Musik und gut portioniertem Humor zu überzeugen. Storytechnisch schleichen sich leider gegen Ende hin kleine Schwächen ein. Die Rivalität zwischen Bond und seinem Gegenspieler Oberhauser, die weit in Bond’s Vergangenheit zurückreicht, hätte man besser in den übergreifenden Handlungsbogen integrieren können. So wirkt der große Twist am Ende etwas fehl am Platz. 

Spectre ist bis auf ein paar Abnutzungserscheinungen ein gelungener Spionage-Thriller geworden, der das Publikum mit spektakulären Actionsequenzen durchschüttelt und mit emotionalen Momenten rührt, die Bond menschlicher und vor allem glaubwürdiger machen. Auch die vierte Bond-Mission mit Daniel Craig darf auf der großen Leinwand nicht verpasst werden.

4,5

rb

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