Review – Star Wars: Die letzten Jedi [Spoilerfrei]

Mit „Star Wars: Die letzten Jedi“ liefert uns Regisseur Rian Johnson (Brick, Brothers Bloom, Breaking Bad, Looper) den mittlerweile achten Teil der Sternen-Saga und das zweite Kapitel der neuen Trilogie, die im Jahr 2015 mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ von J.J. Abrams gestartet wurde. In diesem wurde die planetenvernichtende Starkiller-Basis der Ersten Ordnung zwar zerstört, doch der Widerstand rund um Generalin Leia Organa (Carrie Fisher), Pilot Poe Dameron (Oscar Isaac) und dem ehemaligen Sturmtruppler Finn (John Boyega) ist nach der letzten Auseinandersetzung massiv geschwächt. Rey (Daisy Ridley) versucht unterdessen Jedi-Legende Luke Skywalker (Mark Hamill), der auf dem Inselplaneten Ahch-To untergetaucht ist, zu überzeugen sich auf die Seite des Widerstands zu schlagen und diesen im Kampf gegen seinen ehemaligen Schützling Kylo Ren (Adam Driver) und dessen Anführer Snoke (Andy Serkis) zu unterstützen.

Rian Johnson beweist mit „Star Wars: Die letzten Jedi“ eine gehörige Portion Mut, die sich in teils sehr kontroversen Storyentwicklungen niederschlägt und den weiteren Verlauf des Franchises beträchtlich beeinflusst. Anders als sein Vorgänger J.J. Abrams, der verständlicherweise größtenteils auf Nummer sicher ging, trifft Johnson einige schwerwiegende Entscheidungen, die für viel Gesprächsstoff sorgen und zu polarisierenden Meinungen innerhalb der Fan-Gemeinde führen werden. Die Studiobosse, allen voran Kathleen Kennedy, scheinen mit der Richtung die das Franchise mit dem neuesten Kapitel einschlägt überaus zufrieden zu sein, denn Johnson wurde bereits im Vorfeld beauftragt ein Grundgerüst für eine weitere Trilogie zu erschaffen, die einige Jahre nach Episode 9 – diese wird wieder von J.J. Abrams inszeniert – spielen soll und in bis dato unbekannte Ecken des Universums vordringt.

Zuseher dürfen sich auf ein ganz spezielles und eigenständiges Abenteuer freuen, das mit zahlreichen Wendungen und einer komplexen Mythologie aufwartet. Damit man das Gesehene verarbeiten und in das große Ganze der Saga einordnen kann, wird es wohl mehrere Sichtungen benötigen. Die einzelnen Darsteller agieren gewohnt gut und schaffen dreidimensionale Figuren, die sich in äußerst vielschichtigen Beziehungen der einzelnen Charaktere widerspiegeln. Allen voran Mark Hamill und die kürzlich verstorbene Carrie Fisher bieten Karrierehöchstleistungen und verleihen ihren Figuren auch nach Jahrzehnten neue Facetten. Aber auch die junge Generation rund um Daisy Ridley, Adam Driver, Oscar Isaac, John Boyega und Domhnall Gleeson sowie die Neulinge Kelly Marie Tran, Laura Dern und Benicio del Toro Tran sorgen für eine spannende Charakterentwicklung. Die größte Stärke von „Die letzten Jedi“ ist die komplexe Story rund um Rey und Kylo Ren in Zusammenspiel mit Luke Skywalker, der in diesem Film endlich zum Einsatz kommt und jedem die Schau stiehlt. Die anderen beiden Handlungstränge sind zwar ebenfalls interessant, wirken dagegen aber etwas zu lang, was vor allem im Mittelteil spürbar ist. Auf technischer Hinsicht bietet „Die letzten Jedi“ überragende visuelle Schauwerte, atemberaubende Action, einen bombastischen Sound, starke Charaktermomente, zahlreiche Überraschungen und auffallend viel Humor, der an manchen Stellen einen Hauch zu viel eingesetzt wird und dramatischen Momenten die emotionale Tiefe nimmt. Der zuvor angedeutete Mut zur Veränderung sorgt somit für einige der besten Szenen der gesamten Reihe, aber auch gleichzeitig zu kontroversen Handlungsverläufen über die nicht jeder Zuseher glücklich sein wird.

Insgesamt ist „Star Wars: Die letzten Jedi“ eine überaus gelungene und mutige Fortsetzung geworden, die an die Stärken von „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ anknüpft und mit seinen überraschenden Wendungen und unerwarteten Charakterentwicklungen das bestehende Franchise bereichert und dieses in eine erfrischende Richtung manövriert.

rb

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