Spoilerfreie Review – „Dune“

Mit der Romanverfilmung „Dune“, basierend auf dem intergalaktischen Epos von Frank Herbert, liefert uns Regisseur Denis Villeneuve (Prisoners, Sicario, Arrival, Blade Runner 2049) ein bildgewaltiges Sci-Fi-Spektakel der Extraklasse.

„Dune“ fokussiert sich auf den jungen Paul Atreides (Timothee Chalamet), der gemeinsam mit seinem Vater Herzog Leto Atreides (Oscar Isaac), seiner Mutter Lady Jessica (Rebecca Ferguson) und dem gesamten Adelshaus auf den Planeten Arrakis, der auch unter dem Namen Dune bekannt ist, umsiedelt. Dort wird ihnen die wichtige Aufgabe zugeteilt, das sogenannte Spice – ein halluzinogenes Gewürz, das intergalaktische Reisen erst möglich macht und nur auf Arrakis zu finden ist – mit riesigen Maschinen abzubauen. Die Reise nach Arrakis entpuppt sich jedoch als Falle, die der zwielichtige Baron Vladimir Harkonnen (Stellan Skarsgard) dem Haus Atreides gemeinsam mit dem Herrscher des galaktischen Imperiums – den wir in diesem Film noch nicht zu Gesicht bekommen – gestellt hat. Paul muss gemeinsam mit Lady Jessica und seinem treuen Freund und Schwertmeister Duncan Idaho (Jason Momoa) in die endlose Wüstenlandschaft von Dune fliehen, wo er auf die geheimnisvollen Fremen um deren Anführer Stilgar (Javier Bardem) und das furchtlose Mädchen Chani (Zendaya) trifft. Bei den Fremen handelt es sich um ein nomadisches Wüstenvolk, das auf die Ankunft eines prophezeiten Erlösers wartet.

Der Cast, angeführt von Youngster Timothee Chalamet (Interstellar, Call Me By Your Name, The King, Little Women) – der Paul Atreides mit einer gewissen Gravitas und Ernsthaftigkeit verkörpert, die er stellenweise bloß durch Blicke transportiert – ist herausragend. Jeder Schauspieler gibt seiner Figur den nötigen Tiefgang und löst einzig durch Gestik und Mimik ganz bestimmte Emotionen beim Zuschauer aus. Besonders hervorzuheben sind Rebecca Ferguson (The White Queen, Greatest Showman, Mission Impossible 5-6) und Oscar Isaac (Drive, Ex Machina, Star Wars: Episode 7-9) als Paul’s Eltern, die ihre Rollen einfach fabelhaft spielen. Auch Nebendarsteller wie Jason Momoa (Stargate: Atlantis, Game of Thrones, Aquaman), Josh Brolin (No Country for Old Men, Sicaro 1-2, Avengers: Endgame), Stephen McKinley Henderson (Law & Order, Lady Bird, Devs), Chen Chang (The Blue Cornflower, Love And Destiny, A Garden of Camellias), Sharon Duncan-Brewster (EastEnders, Sex Education, Intergalactic), Javier Bardem (No Country for Old Men, Biutiful, Skyfall), Zendaya (Euphoria, Malcolm & Marie, Spider-Man: No Way Home) und Charlotte Rampling (Swimming Pool, 45 Years, Benedetta) fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Einzig Bösewichte wie David Dastmalchian (Blade Runner 2049, Ant-Man 1-2, The Suicide Squad), Dave Bautista (Guardians of the Galaxy 1-2, Blade Runner 2049, Army of the Dead) und Stellan Skarsgard (Melancholia, Thor 1-2, Chernobyl) wirken im direkten Vergleich etwas blass, da sie zu wenig Screentime bekommen.

Auf technischer Ebene kann man bei diesem 2,5 Stunden Epos nur mit der Zunge schnalzen. Vor allem handwerklich wird „Dune“ in der kommenden Award-Season ein ganz großer Wurf werden. Die zu Beginn des Films als „Dune: Part One“ betitelte Adaption ist meisterhaft inszeniert, episch, bedeutungsvoll, düster, langatmig und monumental. Ein wuchtiger Score von Komponist Hans Zimmer, großartige Bilder von Kameramann Greig Fraser, pompöses Produktionsdesign von Patrice Vermette, edle Kostüme von Jacqueline West und Robert Morgan, ein technisch einwandfreier Schnitt von Joe Walker, Effekte zum Niederknien, ein fabelhafter Cast sowie meisterhafte Regie ergeben ein einzigartiges Kunstwerk. Regisseur Denis Villeneuve hat hier etwas ganz Besonderes erschaffen. „Dune: Part Two“ kann – nein – muss kommen. Doch eine Fortsetzung ist erst offiziell, wenn der erste Teil ein Erfolg an den Kinokassen wird. An dieser Stelle sei „Dune“ jedem Filmfan ans Herz gelegt, der eine intelligente und vielschichtige Geschichte sucht und ein besonderes Erlebnis im Kino haben möchte. „Dune“ ist der bis dato beste Kinofilm des Jahres 2021 und sollte auch wirklich im Kino gesichtet werden.

„Dune“ läuft seit 16. September 2021 in den deutschsprachigen Kinos und wird von Warner Bros. Pictures vertrieben.

rb

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.