Spoilerfreie Review – „Keine Zeit zu sterben“

Mit dem 25. Bond-Abenteuer „Keine Zeit zu sterben“ geht die Ära von Daniel Craig, die sich über insgesamt fünf Filme erstreckt und im Jahr 2006 mit dem großartigen „Casino Royale“ begann zu Ende.

Der Streifen fokussiert sich auf den ehemaligen MI6-Geheimagenten James Bond (Daniel Craig), der eigentlich seinen Ruhestand genießen und ein normales Leben führen möchte. Doch Bonds alter Freund, CIA-Agent Felix Leiter (Jeffrey Wright), besucht ihn und will ihn zurück in sein altes Leben holen. Leiter braucht Bonds Hilfe, um den entführten Wissenschaftler Valdo Obruchev (David Dencik) zu retten. Die Mission erweist sich als schwieriger als erwartet und Bond muss bald erfahren, dass der mysteriöse Bösewicht Lyutsifer Safin (Oscarpreisträger Rami Malek) im Hintergrund die Strippen zieht. Ein letztes Mal muss Bond sich auch seinen Widersachern von SPECTRE stellen und dabei erkennen, dass Ernst Stavro Blofeld (Christoph Waltz) selbst aus dem Gefängnis heraus noch über Einfluss verfügt. Bond erhält dabei Unterstützung von der neuen Doppel-Null-Agentin Nomi (Lashana Lynch), der jungen CIA-Agentin Paloma (Ana de Armas) und seiner großen Liebe Madeleine Swann (Lea Seydoux), die er vor fünf Jahren verlassen hat, weil er ihr nicht mehr vertraute.

„Keine Zeit zu sterben“ beginnt mit einer bombastischen Eröffnungssequenz, bei der sich Kameramann Linus Sandgren (American Hustle, La La Land, Battle of the Sexes, Aufbruch zum Mond) so richtig austoben darf. Auch die darauf folgende Titelsequenz mit dem Song „No Time To Die“ vom jungen amerikanischen Ausnahmetalent Billie Eilish weiß zu überzeugen. Schon früh im Film merkt man, dass es sich bei Daniel Craig’s (Layer Cake, Verblendung, Knives Out) fünftem und letztem Einsatz um eine besonders emotionale Mission handelt. Stellenweise darf Daniel Craig mehr Facetten als jemals zuvor zeigen und schafft es so der Figur des James Bond noch mehr Ecken und Kanten zu geben. Auch Lea Seydoux (Midnight in Paris, The Grand Budapest Hotel, The French Dispatch), die sein Gegenstück Madeleine Swann verkörpert, präsentiert ihre volle emotionale Bandbreite. Nebendarsteller wie Ralph Fiennes (Schindlers Liste, Harry Potter, A Bigger Splash), Naomie Harris (Pirates of the Caribbean, Moonlight, Venom: Let There Be Carnage), Ben Whishaw (Das Parfüm, Cloud Atlas, A Very English Scandal), Rory Kinnear (Black Mirror, Imitation Game, Penny Dreadful), Jeffrey Wright (Boardwalk Empire, Westworld, The Batman), Billy Magnussen (Into the Woods, The Big Short, Aladdin), Lashana Lynch (Silent Witness, Bulletproof, Captain Marvel) und David Dencik (Top of the Lake, McMafia, Chernobyl) fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Besonders hervorzuheben ist Ana de Armas (Hands of Stone, Blade Runner 2049, Knives Out) als CIA-Agentin Paloma, die zwar nur einen Kurzauftritt absolviert, jedoch mit ihrer witzigen und charmanten Art jedem die Schau stiehlt. Einzig Rami Malek (Mr. Robot, Bohemian Rhapsody, The Little Things) als Bösewicht Lyutsifer Safin wirkt im direkten Vergleich mit anderen Bond-Schurken äußerst blass. Bei ihm wird nicht wirklich ersichtlich, aus welcher Motivation heraus er bestimmte Dinge tut. Hier bleibt der charismatische Christoph Waltz (Inglourious Basterds, Django Unchained, Alita: Battle Angel) als Blofeld trotz weniger Screentime doch deutlich mehr in Erinnerung.

Aus technischer Sicht ist auch die fünfte Mission von Daniel Craig ein echter cineastischer Leckerbissen. Der Sound ist wuchtig und dröhnt vor allem bei Actionsequenzen gehörig durch den Kinosaal. Der Score von Hans Zimmer ist wie immer erstklassig und trifft in jedem Moment die genau richtigen Emotionen. Die Bilder von Kameramann Linus Sandgren transportieren sowohl satte Action mit bombastischen Setpieces als auch ruhige Momente zwischen den Charakteren. Regisseur Cary Joji Fukunaga (True Detective, Beasts of No Nation, Maniac) hat einen äußerst starken Action-Thriller inszeniert und liefert gemeinsam mit seinen Co-Autoren Neal Purvis & Robert Wade (Johnny English, Return to Sender, Stoned) sowie Phoebe Waller-Bridge (Crashing, Fleebag, Killing Eve) eine emotionale Story rund um einen der beliebtesten Agenten der Popkultur.

„Keine Zeit zu sterben“ ist ein würdiger Abschluss der Craig-Ära und überzeugt mit satter Action, einem tollen Score von Hans Zimmer, wundervollen Bildern von Linus Sandgren, einer emotionalen Story und einem Daniel Craig in Höchstform.

Der Streifen läuft seit 30. September 2021 in den deutschsprachigen Kinos und wird von Universal Pictures vertrieben.

rb

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